Im ersten Teil des Artikels zur Frage „Einzelwetten oder Kombiwetten?“ erörterten wir, dass vor allem ohne der notwendigen Informationen sowie Analysen in mathematischer Hinsicht Einzelwetten sinnvoller sind. Das gilt vor allem, wenn man seine Verlustquote möglichst niedrig gestalten und seine Chancen auf einen Erfolg steigern möchte. Abgesehen von diesen Überlegungen sind verhaltensökonomischen Aspekte von großer Bedeutung, um einen Gewinn zu erwirtschaften und Erfolg zu haben. Natürlich werden nachfolgend diese verhaltensökonomischen Faktoren untersucht. Davor gehen wir auf die Bedeutung des Begriffs „Verhaltensökonomie“ ein.

Was hat es mit der Verhaltensökonomie oder den Behavioral Economics auf sich?

Die Verhaltensökonomie, auf Englisch „Behavioral Economics“, befasst sich mit einem besseren Verständnis des ökonomischen Handelns und dessen Auswirkungen. Damit ist beispielsweise die mentale Buchhaltung gemeint. Aus wessen Grund erwirbt jemand einen Whiskey, arbeitet, spart für die Rente oder stiftet für einen gemeinnützigen Verein? Weswegen bilden sich Menschen ständig weiter, verkaufen das alte Fahrzeug, platzieren Wetten und hören nicht auf zu rauchen? Menschen entscheiden ständig, sei es bewusst oder unbewusst. Die experimentelle Forschung im Bereich der Verhaltensökonomie ermöglicht es, zu begreifen, wie diese Entscheidungsfindung erfolgt. Und inwiefern man davon überhaupt profitiert oder es zu einer Beeinträchtigung kommt. Außerdem befasst sie sich mit der Frage, welche Hilfsmittel man für optimale Beschlüsse braucht.

In der Verhaltensökonomie testet man das klassische Modell der Wirtschaftswissenschaften mit Personen. Damit stellt man fest, ob sie ihren Zweck erfüllen. Andernfalls fragt man sich, ob sie optimiert oder überarbeitet werden müssen, um die Realität und folglich das zu beobachtende Handeln genauer vorhersehen zu können. Dazu werden die Erkenntnisse aus den experimentellen Labortests und Befragungen in die Wirtschaftswissenschaften übertragen. Die Befragungen stammen vornehmlich aus dem Bereich der Psychologie und anderen Sozialwissenschaften. In den kommenden Absätzen schauen wir uns den Zusammenhang mit der Frage „Einzelwetten oder Kombiwetten?“ an.

Einzelwetten und Kombiwetten - Großer Irrtum

Die Verhaltensökonomie im Zusammenhang mit der Frage „Einzelwetten oder Kombiwetten?“

Mit einer ziemlichen Wahrscheinlichkeit bekam das bereits jeder von einem Freund oder einem Bekannten mit. Mit einem Einsatz von 5 Euro gelang bei einer wahnsinnigen Zehner- oder gar noch größeren Kombiwette ein Gewinn von einigen hundert Euro oder im vierstelligen Bereich. Das macht Hoffnung, wenn man eine weitere Zehner-Kombiwette platziert. „Es muss doch irgendwann funktionieren“ ist das Motto bei derartigen Sportwetten, bei denen es sich überwiegend um echte Monster-Kombiwetten handelt. Doch das darf nicht allein die Frage „Einzelwetten oder Kombiwetten?“ beantworten. 

Denn es besteht bei Kombiwetten das Risiko, dass man wegen der verführerisch erhöhten Wettquoten schnell dazu verleitet wird, nach dem schnellen und scheinbar leicht „erarbeiteten“ Gewinn zu greifen. Ein scheinbar „bombensicherer“ Tipp kommt hinzu, damit die Quoten und damit der angestrebte Profit noch höher ausfallen. Sollte es nicht funktionieren, überzeugt man sich selbst von der Tatsache, dass man nur 5 oder 10 Euro verspielt hat und es hier nicht einen echten finanziellen Verlust gegeben hat. Das nachfolgende Anwendungsbeispiel zeigt, dass es sich um einen großen Irrtum handelt.

Die Verhaltensökonomie und die Entscheidungsfindung „Einzelwetten oder Kombiwetten“

Der Sportwetten Fan A hat kein echtes Budget und auch keine sogenannte Bankroll, die er nur für Wetten verwendet. Jedes Wochenende deponiert er nach Belieben einen Betrag von mindestens 10 Euro. Damit platziert er eine große Kombiwette, die er mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gewinnt. Dies ergibt einen Verlust von mindestens 540 Euro auf 54 Wochen.

Angenommen er gewinnt tatsächlich eine derartige Kombiwette mit einem Gewinn von beispielsweise 800 Euro, dann hätte er einen Nettogewinn von 260 Euro (800 Euro Bruttogewinn minus 540 Euro Einsatz). Doch auch das darf nicht die Frage „Einzelwetten oder Kombiwetten“ beantworten.Einzelwetten und Kombiwetten - Mentale Buchhaltung

Die „mentale Buchhaltung“ und der „House Money Effect“

Da Sportwetten Fan A allerdings keine Bankroll führt und somit keine Ahnung davon, wie hoch sein Gewinn und sein Verlust sind, hat, kann es sein, dass er die 800 Euro als Reingewinn betrachtet. Das ist selbstverständlich falsch. Des Weiteren kann dies zur sogenannten „mentalen Buchhaltung“ führen. Das ist das Fachgebiet der Verhaltensökonomie, die wir vorhin erklärten, mit dem Verhalten des Menschen in ökonomischen Gegebenheiten befasst. Ein Aspekt dieses Handelns ist, dass der Mensch im Unterbewusstsein sein Geldvermögen auf unterschiedliche Geldkonten aufteilt und dadurch Fehlentscheidungen in finanzieller Hinsicht fällt.

Im Beispiel heißt zu unserer Frage „Einzelwette oder Kombiwette“ heißt das, dass Sportwetten Fan A das von ihm gewonnene Geld auf ein „Gewinn“-Konto aufteilt. So gibt er es leichter sowie zügiger wieder aus als Geld vom Gehaltskonto. Somit kann es dazu kommen, dass dieser Profit anschließend für nicht zwingend erforderliche Käufe wie beispielsweise ein neues Smartphone oder einen Flachbildschirmfernseher aufgewendet wird. Oder es kommt zu einer Abbuchung vom Gehaltskonto, was der Sportwetten Fan A nicht wahrnimmt.

Ebenso kann es zum sogenannten „House Money Effect“ kommen. Dieser Begriff leitet sich aus dem Fachbegriff im Bereich der Casinos „House Money“ (das heißt übersetzt: das Geld der „Bank“) ab. Er bezeichnet die Tatsache, dass der User leichtfertiger setzt, falls er gewonnen hat. Oder bei zukünftigen Einsätzen mehr Risiko eingeht und dadurch letztendlich einen ziemlichen Verlust macht. Im dritten Teil dieses Artikels gehen wir auf die Risiken bei einer Kombiwette ein und erklären, wie man es bei den Einzelwetten bestmöglich angehen kann. Danach hoffen wir, euch eine gute Grundlage für die Entscheidungsfindung zur Frage „Einzelwette oder Kombiwette?“ geschaffen zu haben.

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